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Singen ohne Noten lesen zu können: Geht das im Chor?
Du kannst keine Noten lesen und willst trotzdem im Chor singen? Kein Problem! So lernen wir im Chor Born neue Stücke, und so läuft deine Schnupperprobe.
Singen ohne Noten lesen zu können: Geht das im Chor?
Kurze Antwort: Ja.
Lange Antwort: Ja, und im Chor Born gilt das für die meisten von uns.
Falls du dich das fragst, weil du Angst hast, dich zu blamieren: Lies weiter. Dieser Blogpost ist für dich geschrieben.

Die Angst, die fast jeder kennt
"Ich kann keine Noten lesen" gehört zu den häufigsten Gründen, warum Menschen nie in einen Chor gehen. Für dich sieht ein Notenblatt aus wie ein Sternbild mit Beschriftung? Dann sitzt du bei uns in bester Gesellschaft. Tatsächlich trifft das nämlich auf die Mehrzahl der Sängerinnen und Sänger zu. In unserem Chor - wie in fast jedem Amateurchor - sind diejenigen, die Noten lesen, und diejenigen, die das eben nicht können, bunt gemischt. Und das funktioniert.
Wie lernt man Stücke ohne Noten?
Die wichtigste Erkenntnis ist denkbar einfach: Steht eine Note höher auf dem Notenblatt als die andere, ist auch der Ton höher. Ist sie ein bisschen höher, ist der Ton ein bisschen höher. Ist sie sehr viel tiefer, ist der Ton sehr viel tiefer. Das ist die Grundregel. Mehr brauchst du am Anfang nicht, um dem Notenbild grob zu folgen: Geht die Melodie rauf, runter oder bleibt sie gleich?
Rhythmus ist für viele das größere Rätsel. Bei uns geht das so: Der Dirigent macht den Rhythmus vor. Danach sprechen wir ihn alle gemeinsam, noch ohne Töne. Das ist eine bewährte Methode, die in Chören üblich ist, um Rhythmus körperlich zu erfassen. Du musst nichts "vom Blatt" erraten.
Du lernst neues Material nach Gehör. Also ganz einfach: Du hörst zu, singst nach und wiederholst, bis es sitzt.
Alles Weitere lernst du nebenbei, wenn du magst. Muss aber nicht sein.
Wir erklären im Probenalltag immer wieder kleine Dinge. Was bedeutet dieses Zeichen? Warum klingt das hier anders? Wir sprechen darüber …
Probehilfen: Üben, bis der Arzt kommt
Zu fast allen Stücken gibt es bei uns Probehilfen zum Download. Du kannst wählen:
nur deine Stimme, also genau das, was du singen sollst, oder
den gesamten Chor, damit du hörst, wie deine Stimme zu den anderen passt.
Die Dateien kannst du hören, wo du willst: im Auto, unter der Dusche, beim Bügeln. Du kannst sie zehnmal hören oder zweihundert Mal. Niemand zählt mit. Wer vor der Probe schon ein Gefühl für seine Stimme hat, geht entspannter in den Abend. Genau dafür sind die Dateien da.
Die wichtigste Regel: Du singst nie allein
Das sagen wir bewusst deutlich:
Niemand muss bei uns allein singen. Nie.
Niemand wird bloßgestellt.
Wenn jemand einen Ton nicht trifft, spricht ihn niemand darauf an. Weder der Dirigent noch die anderen Sängerinnen und Sänger.
Wobei: Manchmal passiert es, dass alteingesessene Männer ihre Einsätze dermaßen verhauen, dass sie zur Wiedergutmachung einen Kasten Bier in die nächste Probe mitbringen. Man munkelt, sie machen das mit Absicht, um einen Vorwand zu haben, Bier zu trinken.
Im Ernst: Du singst immer in deiner Stimmgruppe, umgeben von anderen, die dieselbe Stimme singen. Wenn du dich unsicher fühlst, singst du eben leiser mit, bis du sicherer wirst. Das ist völlig normal und fällt nicht auf.
Und wenn ich ganz am Anfang stehe?
Dann bist du im Chor Born richtig. Du brauchst keine Vorkenntnisse. Wie sieht das konkret aus? Du schreibst uns an und wir machen einen Termin zur Schnupperprobe mit dir aus. Wieso? Weil dir die Generalprobe vor einem Konzert beispielsweise nichts bringt. Das sagen wir dir und nehmen darauf Rücksicht.
Die Schnupperprobe selbst läuft so ab:
Du kommst etwas früher als die anderen und unterhältst dich mit unserem Dirigenten. Das hilft, dich in deine Stimme einzuordnen.
Je nach Stimmlage bekommst du einen Platz.
Du darfst erst nur zuhören oder gleich mitsingen. Beides ist okay.
In der Pause und nach der Probe laden wir dich herzlich auf ein, zwei oder viele Getränke ein. Du musst nichts mitbringen, außer dich selbst.
Danach hörst du in dich rein. Hat es dir gefallen? Dann komm wieder. Hat es dir nicht gefallen? Dann kannst du stolz darauf sein, dass du den Schritt gewagt hast, und hoffentlich hattest du trotzdem ein paar nette Stunden.

